In Wilhelmshaven ist für die Wiederherstellung zerstörter Natur immer noch kein Platz :( | foto.hufenbach
29-12-2025 | Pressemitteilung | NABU |
Der NABU verleiht den Negativpreis „Dinosaurier des Jahres 2025“ an die CDU-geführten Landesagrarministerien – stellvertretend an Peter Hauk, Landwirtschaftsminister in Baden-Württemberg.
Wir zeichnen damit ihre Verweigerungshaltung aus, zerstörte Ökosysteme wie beispielsweise Wälder, Moore sowie Flüsse und Auen wiederherzustellen. Denn genau solche Ökosysteme sichern unsere Artenvielfalt, spielen eine wichtige Rolle für den Klimaschutz, gesunde Böden und den Wasserrückhalt in der Landschaft. Die Wiederherstellungsverordnung der EU bietet dafür einen klaren Rahmen, um jene bedrohten Lebensräume wieder in einen guten Zustand zu bringen.Doch die Minister*innen der uniongeführten Agrarministerien forderten im Juni in einem Brief an die EU-Kommission, die Umsetzung auszubremsen, statt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Wir kritisieren dabei nicht die Diskussion um die Verordnung selbst, sondern die Verbreitung von Desinformationen und die Verweigerungshaltung.
„Die Wiederherstellung zerstörter Moore, Wälder und Flüsse ist eine Investition in die Zukunft – für Artenvielfalt, Klimaschutz, sauberes Wasser und den Schutz vor Extremwettern“, betont NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Doch statt diese Chance zu nutzen, „setzen einige Agrarminister*innen auf Rückzug und Blockade.“ Das helfe weder der Wirtschaft noch den Menschen im Land. Vielmehr seien Bund und Länder nun gefordert, die gemeinsamen Chancen der Verordnung zu erkennen und die Umsetzung konstruktiv voranzubringen.ÖWiederhergestellte Natur schafft Lebensqualität
Zum Hintergrund: Im vergangenen Jahr einigten sich die EU-Länder auf eine gemeinsame Verordnung zur Wiederherstellung zerstörter Natur. Damit sollen wieder mehr fruchtbare Böden entstehen, die widerstandsfähig gegenüber Dürre und Starkregen sind, sowie gesunde Wälder mit stabilen Wasserhaushalten, intakte Flüsse mit lebendigen Auen sowie Moore, die enorme Mengen CO₂ speichern.Das alles schafft Lebensqualität,
schützt Infrastruktur und sichert langfristig auch die Grundlage der land- und forstwirtschaftlichen Produktion. Auch die Bevölkerung sieht die Verordnung positiv: Laut einer Umfrage im Auftrag des NABU befürwortet eine große Mehrheit die Maßnahmen zur Wiederherstellung von Natur.Aus naturschutzfachlicher Sicht ist bislang nicht erkennbar, dass die Planung dem Anspruch einer ganzheitlichen und verantwortungsvollen Abwägung gerecht wird. Statt einer sorgfältigen Prüfung der ökologischen Folgen entsteht der Eindruck, dass erhebliche Eingriffe in wertvolle Naturflächen vorangetrieben werden, ohne die langfristigen Schäden für Artenvielfalt und Klima angemessen zu berücksichtigen. Das wäre verheerend. Wenn wir wirtschaftliche Entwicklung weiter auf Kosten von Natur und Umwelt betreiben, statt sie mit ökologischen Zielen in Einklang zu bringen, zerstören wir langfristig unsere eigenen Lebensgrundlagen.
-ex> Verordnung zur Wiederherstellung zerstörter Natur
-ex> Umfrage im Auftrag des NABU: Eine große Mehrheit befürwortet die Maßnahmen zur Wiederherstellung von Natur.
-ex> Wiederherstellungsverordnung der EU: Minister*innen der uniongeführten Agrarministerien forderten im Juni in einem Brief an die EU-Kommission, die Umsetzung auszubremsen
-ex> Dying of the woods | Waldsterben hausgemacht | VIDEO
-ex> Informationen über INTERPOLs Maßnahmen zur Bekämpfung von Umweltkriminalität
-ex> Rechte der Natur
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