Der Innovationspreis der Wirtschaftsförderung Wilhelmshaven wird alle zwei Jahre ausgelobt :) | foto.hufenbach
11-11-2025 | Kolumne Andreas Tönjes | Andreas Tönjes
Hurra und schön, daß Ihr da seid!
Fühlt Euch umarmt in einer zunehmend erodierenden Gesellschaft, die sich und ihre Innovationen feiert. Aber wenn wir schon feiern, dann wollen wir nicht gestört werden, durch nichts und niemanden!Zweifelsfrei hat hier jeder der Preisträger seinen Preis verdient und ich will es auch nicht schlechtreden, der Artikel in der Wilhelmshavener Zeitung zeigt aber einen typischen PR-Artikel. Geglättet, oberflächlich und ohne kritische Tiefe. Deshalb wohl auch das Kürzel RED für Redaktion, ohne Redakteur, oder RED bedeutet PR, für unkritische Übernahme der üblichen Narrative.
Ich war dabei und möchte deshalb ergänzen, was nicht im Artikel steht und eben nicht einer optimierten PR-Version entspricht. Es ist ein kleiner unscheinbarer Absatz, der sich leicht und locker im Original so liest:"Als Impulsgeber bereicherte Gastredner Andreas Huber die Veranstaltung. Mit Humor, prägnanten Metaphern und praxisnahen Beispielen machte er deutlich, wie Veränderungen als Chance für Innovation genutzt werden können. Seine Impulse stärkten Mut, Neugier und Handlungskraft und inspirierten dazu, den Wandel aktiv mitzugestalten"
Ein Text, eher mehr als weniger ein Plagiat der Schlüsselworte, entnommen der Webseite des Andres Huber. Doch so war es eben nicht und deshalb habe ich den Text "überarbeitet".
Als Impulsgeber sollte Gastredner Andreas Huber, Keynote Speaker und Geschäftsführer des Club of Rome, die Veranstaltung bereichern. Mit prägnanten Metaphern und praxisnahen Beispielen forderte Huber das Publikum heraus, Veränderungen als notwendige Chance zu begreifen.
Der Club of Rome gilt weltweit als moralisch und wissenschaftlich gewichtige Stimme für Nachhaltigkeit und systemisches Denken. Seit seinem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ steht er für die Einsicht, daß Fortschritt ohne Maß und Verantwortung an seine eigenen Grenzen stößt. Wer den Club of Rome einlädt, holt sich daher keinen Motivationsredner, sondern einen Mahner, der unbequeme Wahrheiten in freundliche Worte kleidet, und dennoch die Grundannahmen ökonomischer Selbstzufriedenheit in Frage stellt.
Vor diesem Hintergrund war eigentlich absehbar, daß Hubers Beitrag nicht in die Dramaturgie einer Preisverleihung passen würde, die auf Selbstbestätigung und lokale Innovationsfreude ausgerichtet war. Sein leidenschaftlicher Vortrag über Werte, Haltung und Richtungssinn vermittelte wichtige Impulse, löste bei den Anwesenden jedoch eher Unverständnis und irritierende Stille aus. Huber konfrontierte die Zuhörer mit der Notwendigkeit, festgefahrene Narrative zu hinterfragen, eine Botschaft, die sowohl Mut als auch Selbstkritik verlangte, aber das Publikum sichtlich zu überfordern schien.Gerade weil Huber für eine globale Perspektive steht, prallten an diesem Abend zwei Ebenen aufeinander: die systemische Sicht auf die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftens und die lokale Erzählung von Erfolg, Fleiß und Aufbruch. Was als inspirierender Impuls gedacht war, offenbarte so ungewollt die Grenzen der eigenen Innovationsrhetorik und zeigte, daß echte Transformation nicht im Applaus, sondern im Aushalten von Irritation beginnt.
Tja, ich weiß zwar nicht, was der Auftritt gekostet hat, aber man hätte statt des Andreas Hubers auch den Andreas Tönjes sprechen lassen können, wäre günstiger und vielleicht auch lustiger gewesen. (#Zwinkergesicht)Als OB-Kandidat-Kandidat werde ich mich im Gegensatz zu anderen Kandidaten nicht der unbequemen Wahrheit verschließen und sie durch eine mustergültige PR-Rhetorik ersetzen, die jede Reibung vermeiden will und in einer wohltemperierten Innovationssprache verhaart [sic!]. Da bleibe ich lieber das Haar in der Suppe. (#Schmunzelgesicht)
Euch ein schönes Wochenende.
Euer Andreas Tönjes
#zukunftwhv
@zukunftwhv
#littertogo
@littertogo
#innovationwilhelmshaven
@innovationwilhelmshaven
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