Gut erkennbar sind die Trockenperioden im Wangerland schon jetzt
01-06-2026 | Pressemitteilung Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)
Klimarisikoanalyse zeigt wesentliche Herausforderungen und Handlungsbedarfe im Binnenland und an der Küste
In Niedersachsen sind die Folgen des Klimawandels bereits deutlich spürbar, auch oder gerade im Wasserhaushalt. Steigende Meeresspiegel und höher auflaufende Sturmfluten stellen den Küstenschutz vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig nehmen Hochwasser, sommerliche Niedrigwasser und schwankende Grundwasserstände zu und prägen die Wasserwirtschaft im Binnenland. Die Klimarisikoanalyse für Niedersachsen 2025 zeigt: Der Schutz vor und von Wasser ist eine zentrale Zukunftsaufgabe des NLWKN.Klimarisiken im Fokus: Wasserwirtschaft und Küstenschutz
Die Klimarisikoanalyse Niedersachsen betrachtet insgesamt 42 Klimarisiken in sieben Handlungsfeldern. Dadurch können besondere Gefahren durch den Klimawandel in Niedersachsen systematisch erfasst, bewertet und Handlungsbedarfe gezielt abgeleitet werden. Mit seinem Fachwissen hat der NLWKN hier wertvolle Beiträge in den Bereichen Wasserwirtschaft und Küstenschutz geleistet.Binnenland: Zwischen Hochwasser und Trockenheit
Für die Wasserwirtschaft im Binnenland ergibt sich ein zweigeteiltes, aber durchweg kritisches Bild für die Zukunft. Einerseits können sich die Hochwasserverhältnisse verschärfen, da insbesondere im Winter entsprechende Ereignisse häufiger auftreten und höhere Abflussspitzen erreichen. Zudem können Hochwasser aufgrund zunehmender Vernässung durch hohe Grundwasserstände begünstigt werden. Andererseits verschärfen längere Trockenperioden und sinkende Grundwasserstände im Sommer die Niedrigwassersituation. Dadurch kann es zu Nutzungskonflikten kommen. Wasser steht dann möglicherweise nicht mehr gleichzeitig in ausreichendem Maße für verschiedene Zwecke, wie Ökosysteme, landwirtschaftliche Bewässerung oder die öffentliche Wasserversorgung zur Verfügung. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, ist ein vorausschauendes Wassermanagement dringend geboten. Dazu gehören etwa Vorhersage- und Warnsysteme für Extremereignisse genauso wie Vorsorgestrategien für Starkregen, Hochwasser und Dürren. Auch die Speicherung von Wasser in Zeiten des Überflusses kann zukünftig an Bedeutung gewinnen.Küstenschutz: Druck von allen Seiten
Im Bereich der Küste ist die Bedrohungslage unmittelbar mit dem beschleunigten Meeresspiegelanstieg verknüpft. Auf der einen Seite verstärken höher auflaufende Sturmfluten den Druck auf die Deichlinien vom Meer aus. Gleichzeitig erhöht sich die Gefahr im Küstenbereich und auf den Inseln, dass Grundwasser versalzt. Auf der anderen Seite geraten die Entwässerungssysteme im Hinterland an ihre Grenzen. Wenn Niederschläge und damit verbundene Abflüsse im Winter zukünftig zunehmen, können Siel- und Schöpfwerke die Wassermassen möglicherweise nicht mehr vollständig gegen den steigenden Meeresspiegel ableiten. Es käme zu Überschwemmungen. Allerdings wird bei der Bemessung von Küstenschutzbauwerken, wie zum Beispiel Deiche oder Sperrwerke, der Klimawandel bereits berücksichtigt. Durch diese frühzeitige Anpassung wird das Risiko für einige Bereiche auch zukünftig als eher gering eingeschätzt.Risikoanalyse als Grundlage für Klimaanpassung
Die Klimarisikoanalyse zeigt, in welchen Bereichen dringender Handlungsbedarf besteht und wo Vorsorgemaßnahmen etabliert oder intensiviert werden müssen. Damit liefert sie eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Niedersächsischen Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Durch regionale Informationen werden gleichzeitig auch Erkenntnisse für lokale Anpassungsstrategien bereitgestellt. So kann den wasserwirtschaftlichen Herausforderungen von morgen bereits heute mit fundierten Maßnahmen begegnet werden. Die Studie kann auf der Internetseite des NIKO (www.niko-Klima.de) eingesehen werden.Vernetzte Kompetenzen machen Niedersachsen klimafest
Die Klimarisikoanalyse 2025 ist das Ergebnis einer engen fachübergreifenden Kooperation im Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen. Unter Federführung des Niedersächsischen Kompetenzzentrums Klimawandel (NIKO) arbeiteten hier Fachleute verschiedener öffentlicher Institutionen des Landes, darunter der NLWKN, zusammen. Dies ermöglicht es, Informationen und Erkenntnisse über den Klimawandel und seine Folgen in verschiedenen Bereichen abgestimmt zu untersuchen und zu kommunizieren.LINKS
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