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Wilhelmshavens Wahrzeichen, die Kaiser-Wilhelm-Brücke, versinkt beim Wochenende an der Jade im Müll | foto.hufenbach

07-07-2026 | Pressemitteilung | Zukunftswerkstatt Wilhelmshaven

Wilhelmshaven versinkt in Schulden und im Müll

Die Bilanz nach 18 Monaten Reallabor "Litter to Go“ ist ernüchternd.

Wilhelmshaven hat eine Spitzenposition eingenommen und leuchtet tiefrot auf der Karte im Müllranking in Niedersachsen.


Der Moderator und der Wilhelmshavenener Oberbürgermeiister vereint auf der Bühne von Bremen Eins auf dem Wochenende an der Jade in Wilhelmshaven | foto.hufenbach

Wochenede an der Jade

Zu Beginn des Wochenedes an der Jade werden erstmal fröhliche Blder produziert, wie hier beim Auftakt am 2. Juli 2026 auf der Bühne von Radio Bremen Eins. Hinter den Kulissen türmt sich der Müll.

Nur Wegräumen ist keine Option


Die Mitarbeiter der städtischen Müllabfuhrr Wilhelmshavens geben frühmorgens alles, um den Schein des Stadtfestes durch die Massen an Müll nicht einzutrüben | foto.hufenbach

Müllstatistik offenbart wirkliche Situation

Aus der jüngst erschienenen „Müllstatistik für Niedersachsen wird klar, das Wilhelmshaven nicht nur Nachholbedarf hat, sondern auch erhebliche Defizite im Umgang mit Müll aufweist und strategisch anderen Orten deutlich hinterherhinkt.

Auf dem Wochenende an der Jade bekommt man einen Eindruck davon, was das bedeutet.

Im nun dritten Jahr sammelten wir auch am 5. Juli 2026 gegen 5 Uhr Morgens sogenannte "footage" für das Reallabor "Litter to Go" und den gleichnamigen Dokumentarfilm, der Mitte 2027 fertiggestellt werden wird.

“Litter to Go“

Das EU-Reallabor „Litter to Go“ startete am 1. Januar 2025. Seit dem 30. Juni 2026 wird es durch die Zukunftswerkstatt Wilhelmshaven in Eigenregie weiterbetrieben :) | foto.hufenbach
Es geht um Mikro- und Nanoplastik, dem eigentlichen Plastikproblem, aber auch darum, wie fossile Kunststoffe in seiner gesamtem Lieferkette überhaupt produziert werden. Der Dokumentarfilm geht auf Lösungssuche, um die Plastifizierung der Menschen zu stoppen und um die zunehmenden gesundheitlichen Auswirkungen, die die kleinsten Kunsstoffpartikel im Körper von Menschen und Tieren auslösen.

Pfandsysteme aus Plastik im Lebensmittelbereich sind keine Lösung


Auch RECUP-Plastikbecher und damit fossiles Plastik mit all ihren Additiven landen in der freien Natur | foto.hufenbach

Zu den Mitverursachern von Mikro- und Nanoplastik gehören auch Pfandsysteme wie RECUP oder REBOWL, die fossiles Plastik für Becher und Bowls nutzen, die extra neu für dieses Unternehmen und viele weitere produziert werden müssen. Besonders in Verbindung mit heißen Getränken oder Speisen wird besonders viel Mikro- und Nanoplastik ausgelöst.

Eine Anfrage an RECUP, um auf das wichtige Thema Mikro- und Nanoplastikauslösung aufmerksam zu machen, das mit aktuell 20.000 Ausgabestellen für ihr fossiles Plastikgeschirr wirbt, verlief bis jetzt im Sande (Stand: 07-07-2026).

Eine Alternative sind RECUP sowie REBOWL Plastik-Pfandsysteme nicht, denn die gesundheiltlichen Auswirkungen von gelöstem Mikro- und Nanoplastik, das sich auch im Gehirn von Menschen wiederfindet, sind laut wissenschaftlchen Erkenntnissen gravierend. In diesem Sinne abzuwarten, bis das Thema eine erdrückende Öffentlichkeit erzeugt, erschließt sich uns nicht, denn Gesundheit sollte ganz oben auf der Agenda stehen, gerade im Lebensmittelbereich.

Schon jetzt dürfte es also schwierig sein, seinen Kunden zu erklären, warum auf Hinweise nicht reagiert wird. Dazu sollte man sich auch unbedingt den Film "Homo Plasticus" ansehen, der auf Arte und youtube verfügbar ist.

Aufgefallen bei unseren Recherchen ist uns auch, das beim Blick auf die Interaktive Karte von RECUP kein Wilhelmshavener Hotel verzeichnet ist, die auf der Startseite der Homepage zu finden ist (Stand: 07-07-2026).

Plastik und das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer


Eingebettet zwischen Nordsee und Großem Hafen entfaltet das Wochenende an der Jade seine ganz eigene Wirkung auf Natur und Umwelt | foto.hufenbach

Eine besondere Bedeutung für Plastik und damit auch Kunststoffvermeidung voranzutreiben, dürfte Wilhelmshaven zukommen, weil das Wochenende an der Jade zwischen dem Großen Hafen und direkt am UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer gefeiert wird.


Der Müll, hauptsächlich Kunststoffe, werden jeden Morgen vor Öffnung der Partymeile so gut es geht zusammengeräumt und von den Wilhelmshavener Abfallbetrieben weggeräumt | foto.hufenbach

Am Ende des knapp viertägigen Wochenendes an der Jade stehen über 12 Tonnen von den Stadtwerken eingesammelter Müll.

Wilhelmshaven ist Müllspitzenreiter

2024 wurden in Wilhelmshaven 38.126 Tonnen Müll eingesammelt. 20.077 Tonnen davon waren allein Haus- und Sperrmüll. Das entspricht etwa 265,1 Kilogramm pro Einwohner.


Ein ganz normales Bild beim Wocheende an der Jade | foto.hufenbach

Die Mülltonnen auf dem Wochenende an der Jade sind übervoll. Rund um sie herum breitet sich ein Müllteppich aus und Möwen verteilen den Tonneninhalt bei ihrer Nahrungssuche zusätzlich.

Wilhelmshaven duftet morgens süßlich säuerlich nach Mülldeponie


Das Bild vermittelt den Eindruck, als könne man den Müll förmlich riechen | foto.hufenbach

Beim fortscheitenden Klimawandel und steigenden Temperaturen "stinkt dieser Müll zum Himmel" und man bekommt das Gefühl, sich auf einer Mülldeponie zu befinden. Eine Melange an Duftnuancen empfängt einen am Morgen, daie irgendwo zwischen Mandelkrokant und dem süßlichen Mülldeponiegeruch liegt.

Skurile Kulissen


Seltsame improvisierte Hinweisschilder sind beim Wochenende an der Jade Programm | foto.hufenbach

Nichts für sensible Touristen, die früh morgens von den nahegelegenen Hotels auf der Vorzeigeflaniermeile Wilhelmshavens am Südstrand zu einem Spaziergang aufbrechen oder ihr Joggingkontingent abarbeiten, sind die Hinweisschilder zu den Urinalen.

Eine Armada von städtischen Müllsammlern versucht den Dreck während des Wochenendes an der Jade jeden Morgen einzusammeln.


Eines der privaten Sammelfahrzeugen eines Müllsammlers, der auf ihre Weise mit dem Müll Geld verdient | foto.hufenbach

Darunter finden sich auch Bürger:innen, die nach Pfandflaschen oder Pfandbechern suchen, die ebenfalls im Umfeld des Wochenendes an der Jade landen oder in die aufgestellten Abfallbehälter geworfen werden.


Erstaunlich, was sich da nach wenigen Metern zusammensammeln lässt | foto.hufenbach

Bei unseren Dreharbeiten treffen wir einige von Ihnen und kommen auch mit Ihnen ins Gespräch. Sie steuern frühmorgens das Wochenende an der Jade mit Fahrrädern an, vollgepackt mit Tüten und Taschen, aber auch mit Anhängern. Allein die Pfandbecher, die sich auch im Müll widerfinden, bringen pro Stück fünzig Cent bis einen Euro, wenn sie zurückgegeben werden.

Möwen suchen im Müll nach Nahrungsresten und verteilen ihn dabei. Viel von dem Abfall wird verweht, landet im Großen Hafen, aber auch im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer.

Mikro- und Nanoplastk

Ein besonderes Problem, das noch nicht so sehr in den Köpfen etabliert ist, ist Mikro- und Nanoplastik, das im Gebrauch von Kunststoffen durch Abrieb oder Temperaturen von warmen Speisen und heißen Getränken entsteht. Auch bei der Reinigung, sowohl in Spülmaschinen und durch mechanische Einwirkungen, wie beim Stapeln oder beim Umrühren von Getränken entsteht Mikro- und Nanoplastik.

Das hat gesundheitliche Konsequenzen und es wird teuer

Eine Zusammenfassung über Mikroplastik findet man z. B. beim BUND:

(Zitat): „Mikro- und Nanoplastik wird vom Menschen über Wasser, die Nahrung, die Haut oder die Atemwege aufgenommen. Primäres Mikroplastik von Kosmetika kann auch über die Haut aufgenommen werden. Die Partikel sind weit verbreitet im menschlichen Körper, bis hin zum Gehirn, zur Plazenta und Muttermilch. Über die Nahrungskette kann Mikroplastik angereichert werden. Die Folgen sind noch nicht abschließend erforscht. Doch es zeichnet sich ab, dass Mikroplastik Entzündungsreaktionen hervorruft und es gibt erste Hinweise darauf, dass es die Bildung von Metastasen und Thrombosen begünstigt und ein Zusammenhang mit Parkinson bestehen könnte. Die enthaltenen Schadstoffe verursachen allein in den USA Gesundheitskosten von jährlich 249 Milliarden US Dollar.“ (Zitat Ende)
(Quelle: BUND | Was ist Mikroplastik)

Spätestens seit dem Film „Homo Plasticus | Das Plastik in uns“ ist klar, dass Mikro- und Nanoplastik das eigenliche Plastik-Problem sind und akuter Handlungsbedarf besteht.

Wilhelmshaven, das in Schulden und Müll versinkt, hat Nachholbedarf und muss Voreiter werden in Sachen Müllvermeidung, sonst wird das Wochenende an der Jade weiter vor sich herstinken und alles sein, nur kein Aushängeschild mehr mit Vorbildcharakter.

Hier noch ein interessanter statistischer Hinweis:


Die Export Müll Statistik ist erschreckend | foto.hufenbach

Deutschland war 2025 übrigens mit 815.508 Tonnen der weltweit größte Exporteur von Plastikmüll.

Vielleicht versucht sich die Jadestadt unter dem Begriff "Wachstum" dort einzureihen und exportiert einen Teil des Mülls per Container bald in die große weite Welt.

Schreiben Sie uns ihre Meinung

zur Vermüllung in Wilhelmshaven an die Mailadresse: info@zukunftwhv.com.

Links:

-ex> Was ist Mikroplastik?

Müllranking in Niedersachsen | NDR

-ex> Deutschland ist der weltweit größte Exporteur von Plastikmüll

-ex> VIDEO Müll Wochenende an der Jade 2024 | Wilhelmshaven | Zukunftswerkstatt Wilhelmshaven

-ex> VIDEO Homo Plasticus | youtube

-ex> VIDEO Homo Plasticus | arte

-ex> Litter to Go | Zukunftswerkstatt Wilhelmshaven

-ex> Spendenkonto | Sponsoring | Zukunftswerkstatt Wilhelmshaven

Das EU-Reallabor „Litter to Go“ startete am 1. Januar 2025. Seit dem 30. Juni 2026 wird es durch die Zukunftswerkstatt Wilhelmshaven in Eigenregie weiterbetrieben :) | foto.hufenbach


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